Mobile Sex-App & Co. - Kurze Gedanken

geschrieben von | Dienstag, September 04, 2012 1 Kommentar
Ich habe ein neues Handy, ein Smartphone!
Und nun auch eine SMS-, Telefon- und Internetflat.
Mit Tag 1 gehöre ich nun endlich in den Kreis der Auserwählten, die direkt beim Brötchenkauf alle Freunde auf Facebook und anderen Seiten darüber informieren können: JA, es ist ein Käsebrötchen!
Mein Gott, die Welt steht einem offen mit solch einem Smartphone!


Und die Welt eröffnet sich vollkommen in einem kleinen, beigepackten Bedienungsbüchlein, in dem all die Dinge beschrieben werden, die man bisher schmerzlich vermissen musste.
Das mobile Internet gemeinsam mit allen anderen nutzen und dabei gebannt an jedem Ort auf dieses kleine Tor in die weite Welt blicken.

Kamera-Apps gibt es zu entdecken, man kann navigieren, Musik hören, Videos anschauen, ...
Mit einem Freund teste ich eine "Flirt"-App: Lovoo. WOW, das klappt tatsächlich, ist kostenlos und gibt mir die Hoffnung, bald mit jemanden den Abwasch teilen zu können.
Kostenlos?
Ich gehe, seitdem ich stolzer Smartphone Besitzer bin, häufiger in Cafes, in denen man kurz an einer Steckdose innehalten und das Handy aufladen kann. Besuche auch immer häufiger nur noch Freunde, denen es nichts ausmacht, wenn man mal schnell sein Handy lädt. Zwischendurch hab ich ja auch mal versucht, auf einige der Funktionen meines neuen Smartphones zu verzichten, aber das schlug schon beim Bäcker fehl.

Es gibt so kleine, lustige Kurbeln, mit denen man sein Handy unterwegs aufladen kann, damit hab ich es auch eine Zeitlang probiert.
Auch mit so einem Solarzellen-Pack ...
Sicher machte ich etwas falsch, denn stärkere Akkus gibt es ja nicht.
Aber ich ertappte mich dabei, einen Großteil meiner Freizeit immer mehr zu Hause zu verbringen. Gleich neben einer Steckdose, stets mit sicherem Blick auf meinen Liebling.
Im Grunde ist es ja auch egal, denn die Flirt-App funktioniert ja auch von dort. Und es ist hier auch viel bequemer, als in der U-Bahn zu stehen und gebannt auf den kleinen Bildschirm zu starren. Oder beim Laufen damit über herumliegenden Unrat zu stolpern.

Endlich hab ich herausgefunden, wie ich alle Funktionen meines Smartphones nun endlich nutzen kann. Und ab und zu, zwischen zwei Ladezyklen, nehm ich es auch mit in die Küche zum Abwasch.
Anstelle eines Flirts, den ich aber sicher noch finden werde.

Und morgen werde ich mit meinem Handy mal versuchen, zu telefonieren.

1 Kommentare:

Veit hat gesagt…

Bei manchen Apps muss man aufpassen: http://gedichtbandlose-lyrik.de/kein-datenschutz-beim-geschaeft

Bitte benutzt die Funktion anonym nur in Ausnahmefällen - die Einstellung Name/URL kann auch ohne URL genutzt werden, ist persönlicher und dennoch anonym. Danke!