McDonald's und der Umweltschutz, eine Farce?

geschrieben von | Sonntag, Juni 12, 2011 4 Kommentare
Letztens in einem Berliner Einkaufszentrum, der kleine Hunger quälte mich und ich sah eine kleine McDonalds-Filliale - eine von denen ohne Sitzplätze, nur "zum mitnehmen". Einen Euro hatte ich auch noch in der Tasche, also schnell einen Cheeseburger einpfeiffen. Gesagt, getan, eine Schlange gab es auch grad nicht. Ich also hin und bestellt.

Ich: Einen Cheeseburger bitte
Bedienung: Macht einen Euro
Ich: Tüte brauch ich nicht

Die Bedienung nimmt den Cheeseburger und packt ihn dennoch in eine der braunen Tüten zur Mitnahme ein, obwohl sie meinen Einwand klar verstanden hatte.
Bedienung: Das müssen wir so machen

Ich packe den Burger keine 2 Sekunden später und noch am Tresen stehend aus, muss die benutzte Tüte dann wegschmeißen und esse den Burger noch im Sichtbereich der Bedienung auf. Und einige ungute Gedanken begleiten mich dabei.

Wo ist hier der Umweltschutz. Wo ist hier der Sinn? Warum bekomme ich den Burger nicht, wie in jedem Restaurant mit Sitzplätzen der selben Fastfood-Kette, einfach in die Hand gedrückt? Wer kommt für die Kosten auf? Was soll der Scheiß?

McDonald's schreibt immerhin auf der eigenen Homepage unter der Überschrift "Umweltschutz ist für uns selbstverständlich" u.a. den reißerischen Absatz "Gib Müll eine Abfuhr" in dem es allerdings nur darum geht, dass der Müll ordentlich entsorgt und nicht achtlos weggeschmissen werden soll. Das Umfeld soll halt sauber bleiben, Müll vermeiden ist dort nicht das Thema. Und ja, die Verpackungen sind aus nachwachsenden Rohstoffen und Recycling-Materialien gefertigt, nur warum können diese nicht, dort wo sie überflüssig sind, komplett eingespart werden?

Um es nochmal klarzustellen, ich rede hier nicht von der eigentlichen Papierummantelung des Burgers. Die ist, schon allein aus lebensmittelhygienischen Gründen, durchaus sinnvoll. Ich rege mich über die sinnlose, weil definitiv abbestellte Mitnahmetüte auf, die lediglich für ca. 30 cm Wegstrecke des Burgers verschwendet wurde. Da kann McDonald's noch so oft für das Engagement im Umweltschutz ausgezeichnet werden, wenn ich so etwas erlebe, verstehe ich, warum die letzte Auszeichnung laut Konzernhomepage bereits über 5 Jahre zurückliegt.

So i wonder...

4 Kommentare:

Willi hat gesagt…

Ich würde da gar nicht erst meinen Fuß reinsetzen in dieses gelbe M. Wenn du so viel von Umweltschutz hältst, ist es fast schon lächerlich bei McDonalds zu essen.

XY hat gesagt…

Das Ganze subsumiert sich übrigens unter dem Begriff "Greenwashing" :-).

Dan Gerous hat gesagt…

Ich gebe Dir recht, aber diese Farce hat nichts mit McDonald's zu tun, sondern mit dem deutschen Steuergesetzgeber: wenn Du den Burger zum Mitnehmen bestellst (Steuersatz 7%), dann muss er Dir auch in einer Tüte gegeben werden, um klar zu machen, dass Du ihn auch wirklich mitnimmst. Denn wenn Du ihn vor Ort isst, würden 19% Steuer anfallen. Beim nächsten Mal also einfach zum Hier-Essen bestellen, dann bekommst Du den Burger auch auf die Hand und kannst ihn trotzdem mitnehmen...

Aufreger hat gesagt…

So far, so good. Aber wie ich (extra deswegen) schrieb, war ich an einem reinen Take-away Laden, ohne Sitzplätze, nur "zum mitnehmen".

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