Die nicht geräumte Schneefalle und die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen

geschrieben von | Montag, Dezember 06, 2010 Kommentar hinterlassen
Gastbeitrag von der Userin Rabenmaedchen in einem, von uns regelmäßig besuchten Forum. Der Beitrag hat, mit ihrer Erlaubnis, gerne den Weg in den aufregenden Blog gefunden. Here, we go!

Also vorne weg: Ich habe kein Auto. Warum? Ist nun mal so. Ich gehe jeden Tag zu Fuß einkaufen, und zwar mit einem Kinderwagen vorne dran, etwas, das bei Schnee ja an sich schon eine Herausforderung ist (und mich immer wieder auf den Gedanken bringt eine der Schneeschaufeln der Hausverwaltung zu zerlegen und das Schaufelteil vorne dran zu schweißen).

Naja - jedenfalls - wenn der Fußweg geräumt ist, ist das alles ja gar kein Problem. Und das war er ja auch - BIS zu einem Baumarkt. Die ganze Länge des Baumarktareals war der Gehsteig nämlich NICHT geräumt. Heißt also, ungefähr 35 cm hoher, von diversen Fußgängern abgematschter Schnee. Und wie das so ist, ich blieb stecken. Es ging nicht vorwärts, es ging nicht rückwärts. Selbst der Versuch mich mit meinem ganzen Gewicht hinein zu stämmen scheiterte kläglich.

Hochheben des Kinderwagens und ihn aus dem Hindernis tragen war keine Option, da das Teil insgesamt, mit Einkauf, so um die 35 Kilo auf die Waage bringt. Also stand ich da, habe dran gezerrt, habe versucht zu schieben - nichts! Er rührte sich keinen Millimeter.

Die Gesichtsausdrücke der Autofahrer die an mir vorbei fuhren waren alle die selben, ein breites, schadenfrohes Grinsen. Also hab ich mich in Richtung Parkplatz des Baumarktes gewandt und einem der dort herumwuselnden Menschen (um dem Klischee genüge zu tun, hauptsächlich Männer) zuzurufen ob er mir nicht helfen könnte? Keine Reaktion!

Erst nach geschlagenen 10 Minuten hat sich dann mal einer erbarmt durch den Schnee hoch zu stapfen um mir zu helfen, den Wagen hoch zu heben und aus der Schneewand zu entfernen. Die anderen haben weiterhin entweder gegrinst, oder mich ignoriert.

Was natürlich einige Fragen aufwirft:
  • Wieso ignoriert man jemanden der offensichtlich Hilfe braucht (und auch danach fragt)?
  • Wieso muss man sowas auch noch witzig finden?
  • Und, hätte man mir eher geholfen wenn ich nicht eine fette Militärjacke, grobe Stiefel und Jeans getragen hätte, sondern eine Plüschjacke, einen Minirock und hochhackige Stiefeletten?
Foto: snow sitting von dion gillard Some rights reserved Quelle: www.piqs.de

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