Formel 1 GP von Monaco - Schumacher sorgt erneut für Diskussionen, Geniestreich? UPDATE

geschrieben von | Sonntag, Mai 16, 2010 Kommentar hinterlassen
The safety car leads Red Bull Formula One driver Mark Webber of Australia after the first lap of Monaco F1 Grand Prix race in Monte CarloEine Runde vor Ende hätte ich mal wieder als Hellseher arbeiten können. Ich war mir sicher, dass das passiert was nur 2 Minuten später wirklich eingetreten ist. Michael Schumacher versucht erneut die Regeln der Formel 1 so auszulegen, dass sie ihm nutzen. Aber was ist passiert?

Das Rennen wurde in den letzten 3 Runden vom Safetycar durch Bernd Mayländer angeführt. Wenn ein Rennen unter Safetycar zu Ende geht, dann biegt es dennoch wenige Meter vor der Zieldurchfahrt in die Boxengasse ab, ein Überholen ist danach auf den letzten Metern nicht mehr gestattet. Allerdings gilt inzwischen eine neue Regel, die den Neustart betrifft.

Früher durfte erst ab der Start- und Ziellinie überholt werden. Inzwischen ist das Überholen aber ab einer Linie an der Boxengasseneinfahrt wieder erlaubt. In wie fern dass auch für die letzte Runde gilt, da sind sich die Experten momentan, überrascht durch die Aktion von Michael Schumacher, nicht ganz einig.

Fakt ist, dass Schumi direkt nach der Linie noch einen Überholvorgang gegen Fernando Alonso vorgenommen hat. Der Fahnenschwenker kurz nach der Linie hat auch definitiv die grüne Fahne geschwenkt, was bedeuten würde, dass das Rennen, wenn auch für wenige Meter, wieder freigegeben ist. Schumacher selbst fühlt sich, auch in Interviews nach dem Rennen, ganz klar im Recht. Und auch ein Niki Lauda, der für seine fachlichen Kommentare und meist richtiger Einschätzung von Situationen bekannt ist, sieht die Aktion von Michael als regelkonform.

Ferrari Formula One driver Alonso of Spain takes a curve during the Monaco F1 Grand Prix race in Monte Carlo
Fernando Alonso wurde wenige Meter vor dem Ziel von Schumi überrumpelt.

Mercedes Testpilot Nick Heidfeld sieht in der Aktion Schumachers ebenfalls keinen Regelverstoß. Gegenüber RTL sagt er: „Das war ganz sauber von Michael. Seit diesem Jahr kann man solche Manöver ab der Safety-Car-Linie machen. Da hat Alonso nicht aufgepasst.“ McLaren Pilot Lewis Hamilton hat eine andere Sichtweise der Situation. Er sagt: „Es war nicht zulässig. Mein Team hat mir gesagt, dass wir nicht mehr überholen dürfen. Michael war der Einzige, der überholt hat. Das wird Ärger geben.“

Im Augenblick überprüfen die Stewards diesen Vorfall, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Michael Schumacher hat aber erneut bewiesen, dass sein Rennen nicht nur aus Gasgeben und Lenken besteht, sondern er sich auch um die Regeln und den Nutzen daraus den Kopf zerbricht.

Track marshals remove the car of Williams Formula One driver Hulkenberg of Germany after he crashed out of the race during the Monaco F1 Grand Prix in Monte Carlo
Ganze 4 Safetycar-Phasen gab es im Rennen. Nico Hülkenberg verursachte eine davon.

In der Vergangenheit hat Schumi das schon öfter versucht, so ist das Silverstone-Rennen von 1998 in den Köpfen hängen geblieben, in dem Schumacher seine Durchfahrtsstrafe in die letzte Runde verlegte und das Rennen in der Boxengasse gewann. Wie er diesmal aus der Situation herauskommt werden die nächsten Stunden zeigen. Aber - es war mal wieder ein typischer, und irgendwie auch vorhersehbarer aber nicht minder genialer Schumacher-Streich.

UPDATE: Die Rennkommissare haben inzwischen GEGEN Schumacher entschieden und verhängten eine 20 Sekunden Strafe gegen den Deutschen. Damit fällt Schumi vom 6. auf den 12. Rang zurück!

So i wonder...

0 Kommentare:

Bitte benutzt die Funktion anonym nur in Ausnahmefällen - die Einstellung Name/URL kann auch ohne URL genutzt werden, ist persönlicher und dennoch anonym. Danke!